Frohes Neues Jahr

Eigentlich begrüsst man sich am Anfang eines neuen Jahres so. Und ich gehe eigentlich auch immer positiv in ein neues Jahr (noch keine Midlife-Cruises). Diese positive Grundeinstellung wurde aber direkt am Jahresanfang auf eine harte Probe gestellt.

Fangen wir vorne an: Am 4. Januar, kurz nach 8.00 Uhr verlasse ich die heimischen vier Wände. „Fährste mal n bischen früher los, wer weiss was auf den Strassen los ist.“ Gesagt getan. Ich steige in mein Auto, drehe den Schlüssel herum und: Mein Auto springt nicht an. Okay, der gute alte Golf IV-Fehler namens „Wegfahrsperre“. Also Schlüssel abziehen, den Verriegelungsknopf an der Funkfernbedienung ein paar Sekunden gedrückt halten und hoffen, dass sich Schlüssel und Zündschloss neu synchronisieren. Das klappt in der Regel ganz gut, meine Wegfahrsperre tickt schon seit einiger Zeit herum. An diesem Tag wollte das aber nicht klappen. Nach dem vierten Versuch und etlichen damit verbundenen Startversuchen, habe ich dann kapituliert. Also: Brötchengeber anrufen, Frohes Neues wünschen und sagen, dass man zu spät kommt.

Und dann ab auf den Drahtesel. Der stand seit Silvester im frostigen Carport. Die ersten Meter auf Schnee und Eis waren ungewohnt, da die letzte Schneetour via Zweirad sicher schon zehn Jahre zurückliegt. Da die Strassen in Osnabrück eher schlecht bis gar nicht geräumt waren, bin ich entsprechend langsam gestartet. Nach den ersten wackligen Metern habe wollte ich dann Gas geben in die Pedale treten. Dank meiner 24 Gang-Schaltung kann ich relativ bequem hohe Geschwindigkeiten erreichen. Allerdings war die Gangschaltung eingefroren. So bin ich also wild in die Pedale tretend durch die Gegend geschlichen. Sah sicher lustig aus (inklusive meiner Versuche mich im Schneematsch auf dem Rad zu halten).
Mittlerweile läuft mein Auto wieder. Die Startprobleme hingen nicht wie vermutet mit der Wegfahrsperre zusammen, sondern mit einer meiner Zündkerzen. Also Kerzen tauschen, Fehlerspeicher auslesen lassen (war leer) und fertig. Aussedem war der Wagen Dank diverser Startversuche abgesoffen. Die Gangschaltung am Drahtesel war abends auch wieder aufgetaut. So konnte ich zumindest halbwegs zügig durch die Kälte radeln. Über die nicht geräumten Radwege und die Flucht auf die matschigen Strassen möchte ich mich an dieser Stelle nicht äussern.

Froh war das neue Jahr am Anfang nicht. Es kann also nur besser werden.

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