Archiv für die Kategorie ‘Piratensender’

Piratensender stört „unfreiwillig“ 3FM

2. September 2009

Am vergangenen Montagnachmittag gab es in der niederländischen Provinz Overijssel einen interessanten Zwischenfall im UKW-Band: Ein Piratensender mischte sich in den Ballempfang des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und störte das Programm von 3FM. Hä?

Von vorne: In Overijssel sind viele Piratensender aktiv (ich habe in diesem Blog schon mehrfach darüber geschrieben). Am vergangenen Montagnachmittag ging der Sender „Firma Nathooln“ auf 97,0 Mhz On Air. Die Sendeantennen waren unweit des Grundnetzsenders „Markelo“ aufgestellt, von dort aus werden u.a. die öffentlich-rechtlichen Radioprogramme mit einer Sendeleistung von 100 kW verbreitet. Normalerweise werden die Grundnetzsender per Richtfunk versorgt. Das Signal aus dem Sendestudio geht also über eine Richtfunkverbindung zu den einzelnen Sendestandorten. Am Montag gab es vermutlich Probleme mit dieser Richtfunkverbindung und am Standort Markelo wurde auf „Ballempfang“ umgestellt. Man empfängt also ein UKW-Signal auf einer bestimmten Frequenz und verbreitet das empfangene Signal auf einer anderen Frequenz. Viele vor allem kleine Senderstandorte arbeiten heute noch nach diesem Prinzip.

In Markelo hat man aufgrund der Richtfunkprobleme 3FM vom Sender Lopik empfangen. Dort wird 3FM auf 96,8 MHz verbreitet. Da in der Nähe von Markelo die „Firma Nathooln“ auf 97,0 MHz auf Sendung war, hat man neben 3FM auch noch den Piraten empfangen und auf 96,2 MHz wieder ausgestrahlt. Auch der Sender Smilde (88,6 MHz) wurde zu diesem Zeitpunkt über Ballempfang gespeist. Er empfing das Signal aus Markelo und auch dort wurde der Mischmasch aus 3FM und Firma Nathooln verbreitet.

Der Spuk dauerte etwa fünf Minuten. Danach wurde wohl auf eine andere Zuführung gewechselt. Die Jongens von der Firma Nathooln haben sich sicher über dieses grosse Sendegebiet gefreut.

Langes (Piraten-) Wochenende

21. Mai 2009

Heute ist Feiertag, morgen haben sich viele einen Brückentag gelegt und so genügend Zeit merkwürdige Dinge anzustellen. Ein Teil zieht saufend und gröhlend durch die Lande, andere wiederum resetten alle 20 Minuten ihren Router um mit neuer IP meinen Blog auf Votingseiten manipulativ schlecht zu bewerten und ich editiere MP3s und die dazugehörigen ID3 Tags aus dem Musikarchiv des Senders für einen Test (und auch für einen Relaunch – oops, hab ich jetzt etwas geschrieben was ich nicht schreiben darf?). Jeder so wie er mag. Ziemlich abgefahrene Dinge passieren derzeit bei unseren westlichen Nachbarn in den Niederlanden. Dank des langen Wochenendes ist das UKW-Band voll mit Piratenstationen. Einige verirren sich sogar in meine heimischen vier Wände.

Das mit Abstand stärkste Signal liefert derzeit die Station „Piraten Combinatie Losser“ auf 95,0 MHz aus +/- Losser (Entfernung etwa 100 Kilometer). Der Sender lässt sich selbst in der Stadt Osnabrück recht gut zwischen den nicht gerade schwachen Signalen von Radio Herford (94,9) und WDR 3 (95,1) empfangen. Weiter ausserhalb der Stadt in freiem Gelände geht der Sender selbst während der Fahrt mit fehlerfreiem dynamischem RDS:


An dieser Stelle mal wieder mein Tipp: Überprüft mal was Ihr zwischen Euren abgespeicherten Sendern so empfangen könnt. Falls Ihr auf einen Schlagersender trefft, könnte es ein Piratensender aus den Niederlanden sein. Und das lange Wochenende dauert noch ein paar Stunden :-)

Alle Jahre wieder…

27. Dezember 2008

… tauchen rund um Weihnachten und Jahreswechsel in den östlichen Niederlanden zahlreiche Piratensender im UKW-Band auf. Auch in diesem Jahr ist wieder die Station „Kersttrio“ dabei. Während man in den vergangenen Jahren auf 97,0 / 97,2 / 97,3 MHz aktiv war, ist der Sender in diesem Jahr auf 94,5 MHz zu hören.

Durch diese Frequenzwahl ist das Kersttrio auch in und um Osnabrück einigermassen gut zu empfangen, da der Bereich um 97 MHz hier leider mit starken WDR-Signalen belegt ist. Eine weitere Neuerung gibt es lt. UKW/TV-Forum ausserdem: Sendestudio und -standort sind nicht mehr am gleichen Ort. Das Studiosignal wird über UHF zum Sender geführt.

Wer Lust und Zeit hat sollte die 94,5 MHz beobachten, der Sender wird in den nächsten Tagen seinen Betrieb bis zum nächsten Weihnachtsfest einstellen.

Piratensender in Osnabrück

26. September 2008

Aktuell gibt es wieder gute Ausbreitungsbedingungen im UKW-Band. Ich werde Euch an dieser Stelle aber nicht mit UKW-Logs nerven, sondern habe Euch ein kleines RDS-Filmchen mitgebracht:

Auf 95,9 MHz lässt sich derzeit der Sender Drents Kabaal mit recht gutem Signal empfangen. Gesendet wird lt. RDS-Kennung aus Nieuw Moscou in der niederländischen Provinz Drenthe, die Entfernung beträgt ca. 120 Kilometer.

Priatensender in Osnabrück

14. Februar 2008

Ätsch, reingefallen. In Osnabrück gibt es sicher keinen Piratensender (den ich nicht selbst betreibe :-D ). Dafür gibt es derzeit Piratentöne aus den Niederlanden auf diversen Frequenzen zu hören. Neben der altbekannten 97,3 konnte ich heute Abend auch auf der 95,9 eine nichtlizensierte Station aus den Niederlanden empfangen.

Den Vogel schiesst derzeit allerdings die Station S.V.O.T. aus der Nähe von Hoogeveen (Provinz Drenthe) auf 94,5 MHz ab: Das Signal war heute Abend so stark dass ich selbst im Auto die dynamischen RDS-Kennungen empfangen konnte.

Für dieses Video mit meiner Handykamera habe ich selbstverständlich angehalten. Durch die aktuelle Wetterlage reicht dieser Piratensender sicher weiter als beabsichtigt (wobei ich mich heute Abend nicht wirklich intensiv mit dem UKW-Band beschäftigt habe). Die Frequenz 94,5 MHZ ist übrigens sehr mutig gewählt denn in unmittelbarer Nachbarschaft (auf 94,8 MHz) sendet das öffentlich-rechtliche Klassikprogramm RADIO 4.

Twentse Bier Station

20. Dezember 2007

Die Überreichweiten haben auch einen niederländischen Etherpiraten mit einem sehr interessanten Namen in meine Empfänger transporter: T.B.S aka “Twentse Bier Station”:


Eine Übersetzung ist wohl nicht nötig und was die Damen und Herren während ihrer Sendungen machen dürfte auch klar sein ;-)

Kerst Trio 2006

27. Dezember 2006

Nochmal kurz zurück zum Thema „Piratensender“: Die Ausbreitungsbedingungen auf UKW waren über die Feiertage besser als unter Normalbedingungen. Das Kersttrio-Signal war in Osnabrück teilweise so stark, dass mein K800i von Sony Ericsson das RDS-Signal auslesen konnte.

Heute Morgen war auf 97,0 bzw 97,2/3 (die Frequenz wurde über die Feiertage mehrfach gewechselt) nichts mehr zu hören.

Weihnachten im Radio

23. Dezember 2006

Die Weihnachtsfeiertage dürften in Nordwestdeutschland nicht nur geschenk- sondern auch radiotechnisch interessant werden. In den Niederlanden sind an diesem verlängerten Wochenende unzählige UKW-Piraten auf Sendung. Die grösste Reichweite dürfte das „Kersttrio“ auf 97,3 MHz haben (Bilder meiner „Kersttrio-Tour 2005“ gibt es hier). Das Team ist mit geschätzten 100kW Ausgangsleistung unterwegs, selbst in Osnabrück ist der Sender stärker als WDR 3. Wer Lust und Zeit hat, sollte mal das UKW-Band nach diesen „Experimenten“ absuchen.

Einen Grossteil meines 23. Dezembers habe ich ausnahmsweise mal nicht mit dem Kauf der letzten Geschenke verbracht, sondern vor einer durchschnittlichen Waschanlage in Osnabrück (schliesslich soll mein Auto ja sauber sein über die Feiertage). Eine geschlagene Dreiviertelstunde habe ich mir angeschaut wie ein Auto nach dem anderen in die Waschstrasse fuhr und sauber wieder herauskam. Meine bessere Hälfte hat in der Zwischenzeit locker die letzten Einkäufe beim Discounter gegenüber erledigt und ich habe das UKW-Band abgegrast. „Verdächtige“ Schlager- und Polkasignale gab es auf 94,3 / 94,5 / 95,5 / 96,6 / 97,0 / 97,3 / 97,6 und 98,2 MHz. Dieses Ergebnis hat mich doch ein wenig für das lange Warten entschädigt :-)

Kerst Trio 2005

27. Dezember 2005

Hier meine „Aktivtäten“ vom zweiten Weihnachtstag: Wer diesen Blog schon etwas länger verfolgt, hat sicher schon von meinem wiederentdeckten Hobby „UKW-DX“ gelesen. Dabei geht es darum mit normalen oder speziellen Radioempfängern Sender zu empfangen, die eigentlich nicht zu hören sind (siehe auch die Links zu diesem Thema auf der rechten Seite). Durch das Internet ist es glücklicherweise kein Problem mehr Leute zu finden die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigen. So bin ich z.B. seit Mitte 2002 in diesem Forum unterwegs, hab hier ne ganze Menge Erfahrungen austauschen können und auch einige nette Leute kennen gelernt.

Regelmässig taucht in diesem Forum auch wieder das Thema „Piratensender auf“. Über deutsche Piraten schweigt man (obwohl solche „Sondersendungen“ beliebte Jagdobjekte sind), Piraten aus dem Ausland und auf Mittel- oder Kurzwelle werden hier aber öfter besprochen. Illegale Sender sind gerade in den östlichen Niederlanden eine Art „Volkssport“, die örtlichen Behörden die den Äther überwachen haben manchmal schon ihre Probleme den vielen „Piratjes“ Herr zu werden. Traditionell sind während der Weihnachtsfeiertage viele Piraten „aan de band“. Ein Kollege aus dem oben erwähnten UKW/TV-Forum hat über einen Umweg die Adresse des Piraten „KerstTrio“ zugespielt bekommen. Gemeinsam mit ihm habe ich mich auf den Weg in die niederländische Provinz Overijssel gemacht um mir das Schauspiel einmal live anzuschauen.

Einige denken bei Piratensendern sicher an Leute die sich heimlich auf ihren Dachboden schleichen, neben ihrer Antenne ein Programm zusammenbauen und dabei die ganze Zeit ängstlich aus dem Fenster schauen ob nicht ein Peilwagen vor der Tür kreist (illegales Senden ist ein nicht gerade günstiges Hobby). Nicht so in Twente. Dort werden grosse Antennenmasten aufgestellt (in diesem Fall war er knapp 85 Meter hoch!), manche Sendeleistungen liegen weit im zweistelligen Bereich und reichen aus um halb Norddeutschland zu versorgen. Das Programm der Piratensender besteht auch nicht aus irgendwelchen politischen Parolen oder irgendwelchen abgefahrenen, esoterischen Inhalten, sondern aus deutschen und niederländischen Schlagern. Zwischendurch gibt es Grüsse an andere Piratjes oder an Leute die sich via SMS oder Anruf gemeldet haben.

Der Pirat den wir besucht haben nannte sich wie gesagt „KerstTrio“ („Weihnachtstrio“). Seit etwa 10 Jahren ist dieses Team um die Weihnachtszeit On Air. Gesendet wurde auf 97,0 MHz, das „Studio“ (war übrigens in einer Gaststätte aufgebaut) bestand aus CD-Playern und Plattenspielern, Computer und Sendeautomationen sind hier ein Fremdwort, die Musik wird von Hand „gedraait“. Die Ausgangsleistung der Rohde & Schwarz-Senders lag bei ca. 12 kW (gespeist von einem Diesel-Notstromaggregat), hinzu kamen insgesamt 8 Dipole an dem knapp 85 Meter hohen Sendemast (der übrigens sehr abenteuerlich befestigt war). Diese zugegeben abenteuerliche Konstruktion schaffte es locker mehr als 100km zu überbrücken (in und um Osnabrück war der Empfang etwas schwierig da auf der gleichen Frequenz WDR 3 mit starkem Signal zu empfangen ist), 30km weiter westlich (ab Ibbenbüren etwa) kam der Sender Dank lauter und breiter Modulation sehr gut an (streckenweise sogar besser als der öffentlich-rechtliche Sendestandort „Markelo“ der knapp 40km weiter westlich liegt – die Reichweite war also ähnlich). Hier noch ein paar optische Eindrücke:


Der Lieferwagen zeigt in etwa wie gross der Sendemast ist

Hier ein Blick auf die ziemlich dünnen Abspannseile…

… und so waren sie befestigt (mittels Knoten an einem Bagger)

Über diese acht Dipole wurde das Programm abgestrahlt (Richtung Osten)

Das technische Herzstück der Anlage: Der gelbe Anhänger ist das Notstromaggregat, im schwarzen Kasten befand sich höchstwahrscheinlich der Sender

Hier noch einmal ein Blick über den Sangean auf den Sendemast…

… und eine Momentaufnahme aus dem dynamischen RDS (das Abfotografieren war ein Künsttück, die Kennungen wechselten sehr schnell)

Das „KerstTrio“ wurde übrigens nicht von den Behörden ausgehoben. Sie hatten zwar verstärkte Aktivitäten angekündigt, Scans über das UKW-Band zeigten aber, dass es fast unmöglich war die Piraten stillzulegen, auf sehr vielen Frequenzen waren Schlager und Moderationen mit starken Echo-Effekten zu hören. War eine sehr lustige und interessante Erfahrung, wer mal in die Niederlande fährt (und hier vor allem die nordöstlichen Landesteile), wird sicher einen oder mehrere „Piratjes“ empfangen können. Mehr Infos zu diesem Thema, Empfangsberichte u.ä. gibt es übrigens auf www.etherpirateninfo.net (Niederländisch-Kenntnisse vorausgesetzt).

Piraten Team De Lutte

13. August 2005

Vor ein paar Wochen habe ich mich ja als Freund des UKW-Fernempfangs geouted. Das habe ich deswegen getan, weil zu diesem Zeitpunkt oft gute Ausbreitungsbedingungen dort herrschten, es waren also viele fremde Sender zu empfangen. Nach diesem Coming-Out sind diese Überreichweiten verschwunden. Ich hoffe nicht dass das in irgendeinem Zusammenhang steht.

Trotz der eher DX-technischen Langeweile kann man gelegentlich doch noch die eine oder interessante Beobachtung machen – gerade wenn man nicht zu weit von der Grenze zu den Niederlanden entfernt wohnt. “Piratensender” heisst das Stichwort. Meistens am Wochenende tauchen diese illegalen Sender in bestimmten Frequenzbereichen auf. Sehr oft bestehen diese Programme aus Schlager der Kategorie B (übrigens auf Niederländisch und auf Deutsch) sowie Grüssen und dem Vorlesen von Empfangsberichten. Beim Hören dieser Programme entsteht schnell der Eindruck, dass hier Personen um die 60 am Werk sein müssen. Auch das stimmt nicht. Oft bestehen diese “Piratenteams” aus jungen Leuten, die sich einfach einen Spass daraus machen und mit ihren kultigen Programmen “aan de band gaan”.

Im östlichen Teil der niederländischen Provinz Overijssel gibt es viele Piratensender. Der Bereich um 97,0 MHz ist bei ihnen sehr beliebt, da er eigentlich relativ frei ist. In und um Osnabrück siegt es mit dem Piraten-Empfang schon wieder etwas schwieriger aus, die WDR-Sender Ibbenbüren und Bielstein sind hier recht stark. Umso spannender finde ich es dann, wenn sich doch einer dieser Piratensender gegen die starken WDR-Signale durchsetzt. Derzeit sendet auf 97,3 MHz das “Piraten Team De Lutte” aus De Lutte. In der vergangenen Nacht habe ich via Foto-Handy versucht die RDS-Kennungen zu fotografieren. War ein sehr schweres Unterfangen da der Sender nur an ganz bestimmten Stellen zu empfangen ist (bewegt man die Antenne falsch, hört man wieder WDR3). Ausserdem wechselt die Kennung sehr schnell. Hier die Ergebnisse:






U luistert naar het Piraten Team De Lutte
(Siie hören das Piraten Team “De Lutte”)




Hier noch schnell eine Handynummer unter der man sich melden kann…





Infos über Piratensender gibt es auf www.etherpirateninfo.nl. Wenn Ihr die Chance habt, schaltet die 97,3 ein. Vielleicht empfangt Ihr diesen oder einen anderen Piratensender.


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