Media-Analyse 2009 Radio I

Zweinmal jährlich werden die deutschen Radioeinschaltquoten veröffentlicht. Als Grundlage für die Quoten dienen rund 66.000 Interviews, die von sechs unabhängigen Marktforschungsinstituten durchgeführt wurden. Interessant ist, dass gerade in Norddeutschland irgendwie alle Sender verloren haben. Hier wieder ein paar Zahlen aus der aktuellen MA (in Klammern die Zahlen aus dem Sommer 2008):

Deutschlandweit:
sunshine live: 65.000 (74.000 / – 12,2 %)

Norddeutschland
NDR2: 556.000 (572.000 / -2,8 %)

Schleswig-Holstein
R.SH: 249.000 (280.000 / – 11,1 %)
delta radio: 51.000 (55.000 / – 7,3 %)
Radio NORA: 47.000 (54.000 / – 13,0 %)

Mecklenburg-Vorpommern
Antenne Mecklenburg-Vorpommern: 105.000 (120.000 / – 12,5 %)
Ostseewelle: 153.000 (158.000 / – 3,2 %)

Hamburg
Das NEUE alster radio – 106!8 rock’n pop: 74.000 (71.000 / + 5,3 %)
ENERGY Hamburg: 25.000 (23.000 / + 8,7 %)
Klassik Radio Gebiet Hamburg: 10.000 (10.000 / + 0,0 %)
Oldie 95: 50.00 (45.000 / + 8,7 %)
Radio Hamburg: 188.000 (188.000 / + 0,0 %)

Niedersachsen
radio ffn: 446.000 (462.000 / – 3,5 %)
Hitradio Antenne: 369.000 (362.000 / + 1,9 %)
Radio 21: 57.000 (65.000 / – 12,3 %)

Bremen
bremen eins: 115.000 (104.000 / + 10,6 %)
bremen vier: 98.000 (80.000 / + 22,5 %)
ENERGY Bremen: 25.000 (21.000 / + 19,0 %)

Nordrhein-Westfalen
1 LIVE: 849.000 (836.000 / + 2,2 %)
WDR2: 763.000 (719.000 / + 1,6 %)
Radio NRW: 1.422.000 (1.392.000 / + 2,2 %)
[Quelle: www.reichweiten.de]

Solche Zahlen sind wie immer natürlich relativ. Auch an dieser Stelle frage ich mich, was beispielsweise der Durchschnittsniedersachse einschaltet. Der Unterschied zwischen ffn und Hitradio Antenne ist recht klein. Vorhersehbare Musikauswahl, Endlosclaims und Moderationen die nicht lustig sind. Radio 21 schlägt seit einigen Wochen in die gleiche Kerbe und mutiert vom Classic Rock-Format zum Rockpopsender. Wir haben in Niedersachsen also nun den dritten privaten Dudelsender. Dudelsender Nummer 4 in Niedersachsen ist NDR2. Auch dort ist die Musikauswahl neben der penetranten Eigenwerbung eher unspannend. Vermutlich sind viele Hörer zu den werbefreien NDR-Programmen oder zu Radio Bremen gewechselt. In Bremen haben alle erfassten Programme zugelegt. In meinem Bekanntenkreis hören ausserdem viele 1 LIVE. Dem Programm kann ich persönlich jedoch auch nicht viel abgewinnen (abgesehen von einigen Musiktiteln und der Kult-Sendung von Klaus Fiehe am Sonntagabend).

Ziemlich düster siehts für sunshine live aus. Der Sender befindet sich seit Jahren im Sinkflug. Der ebenfalls bundesweit arbeitende Black Music-Sender JAM FM kommt lt. der aktuellen Mediaanalyse auf 37.000 Hörer – also etwas weniger als die Hälfte von ssl. Die „guten Zeiten“ für sunshine live scheinen aber vorbei zu sein. Schliesslich gibt es im Internet zig Streams, die ähnliche oder bessere Inhalte anbieten. Wenn man sich dort nichts einfallen lässt, wird die Station weitere Hörer verlieren.

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2 Antworten to “Media-Analyse 2009 Radio I”

  1. joos Says:

    …und WDR 2 hat mal wieder zugelegt…! ;-)Komisch, dass Radio 21 so abgestürzt ist…?Und bei der „penetranten Eigenwerbung“ von NDR 2 kann ich dir nur zustimmen!! Wenn ich den Sender mal höre, muss man mich nicht alle 10 Sekunden darauf hinweisen, sehr nervig das!!P.S. Ist fotografieren während der Autofahrt nicht verboten?? 😉

  2. Thomas Says:

    Fotografieren während der Fahrt und das noch mit nem Handy? Sowas würde ich niemals machen :-))WDR2 gehört zu den vier oder fünf Sendern die ich mir hier gelegentlich terrestrisch gönne. Irgendwie ist WDR2 musiktechnisch weder Fisch noch Fleisch. Auf der einen Seite graben die Kölner richtig gute alte Titel aus, auf der anderen Seite wird dort Mando Diao mit „Dance With Somebody“ oder manch schlimmerer Poptitel totgedudelt. Trotzdem ist das zweite Programm der Kölner immer noch besser zu ertragen als das der Hamburger.Radio 21 gefällt mir persönlich gar nicht. a) kann ich mit der Musik nichts anfangen (weder mit dem alten Classic Rock-Format als auch mit dem aktuellen Rockpopgedudel) und b) ist das Sounprocessing des Sender ziemlich übel. Es klingt einfach nur schrecklich. Selbst Radio RST hört sich da noch etwas besser an. Ich bin mal gespannt ob die Niedersächsische Landesmedienanstalt diesen Formatwechsel toleriert. Dreimal fast den gleichen Inhalt ist nicht wirklich abwechslungsreich.

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