DAB NRW: Anbieter ziehen sich zurück

Im April diesen Jahres wurden DAB-Kapazitäten für Privatanbieter in Nordrhein-Westfalen ausgeschrieben. Die Bewerber wurden im Juni veröffentlicht, nach der Sommerpause sollte entschieden werden wer sich den landesweiten Kanal mit dem WDR teilen soll.

Der Sommer kam und ging, die Landesmedienanstalt tagte nicht. Am vergangenen Freitag sollte es soweit sein, das Thema landete aber erst gar nicht auf der Tagesordnung der LfM-Medienkommission. Gestern wurde nun bekannt, dass die REGIOCAST DIGITAL GmbH ihre Bewerbung mit insgesamt drei Kanälen zurückzieht. Das berichtet u.a. radioszene.de. Dort heisst es weiterhin, dass der Betreiber von Absolut Relax ebenfalls seinen Hut aus dem Ring holt und den Antrag zurückzieht. Übrig bleiben vier Bewerber (Kulturschocker, Domradio, TopDABRadio und MEGA RADIO), die einen Platz im bis Juli 2014 begrenzten DAB+-Pilotversuch erhalten können.

Ob die LfM-Medienkommission wirklich so überlastet ist oder Methode hinter der Verzögerung steckt, werden wir wohl nie wirklich erfahren. Schade finde ich jedenfalls, dass wieder einmal die Chance vertan wird einen zusätzlichen Übertragungsweg zu erschliessen. Das UKW-Band ist belegt, eine Zerobase wird es vmtl. nicht geben, „platzsparendere“ Verbreitungswege würden sich also anbieten um ein grösseres Programmangebot zu ermöglichen (hat beim Fernsehen mit dem Zwangswechsel zum DVB-T auch funktioniert). Klar sehen die Platzhirsche ihre Fälle davonschwimmen, zeitgemäss ist dieses Verhalten in meinen Augen jedoch nicht.

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2 Antworten to “DAB NRW: Anbieter ziehen sich zurück”

  1. Thomas Says:

    Ich finde es schon seit 30 Jahren schrecklich, wie sich der WDR hier in NRW seine Pfründe sichern darf. Ich glaube, echte Programmvielfalt für unterwegs werde ich (45) in NRW nicht mehr erleben …… !!

  2. thomastepe Says:

    Wenn ich die Möglichkeit hätte (also den Markt so zu bauen dass ich möglichst wenig Angst um meine Existenz / meine Marktposition haben muss) würde ich vmtl. genauso handeln. Und ich möchte nicht wissen an welchen Stellschrauben noch so gedreht wird (egal ob in den Medien oder in anderen Bereichen).

    Schade finde ich nur, dass (gerade jetzt wo evtl. ein bischen Leben in die Radiolandschaft NRW kommt) sich der WDR in seinem 2. Programm niveautechnisch nach unten bewegt. Ich stand dienstlich eine Zeit lang vor der Wahl 1Live oder WDR2. Lokalfunk war ein No-Go und das was aus Niedersachsen in dem Stahlbetonbunker empfangbar war ebenfalls. 1Live ist mir zu „dumm“ (nein, ich möchte tagsüber keine tiefgehenden Hintergrundberichte über die Reisernte in Nordostchina hören, solche Features gibts dann eher im Auto oder im Bad), also WDR2. Interessante Infos, zwischendurch mal schwarzer Humor oder eine bissige Bemerkung und eine Musikauswahl in der sich immer mal wieder eine Überraschung versteckte. Damit ist seit über einem Jahr Schluss. Schade eigentlich.

    Unterwegs (gerade in NRW) nutze ich mittlerweile mein Smartphone. Audiokabel mit dem Autoradio verbunden und einfach einen Stream auswählen (Datenflat vorausgesetzt). Funktioniert auf den Autobahnen und in den grossen Städten ohne Schwierigkeiten, das platte Land habe ich noch nicht getestet. Mehr Vielfalt geht eigentlich nicht.

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