Die Menschen wollen einfach gutes Radio hören

Die Überschrift dieses Radioszene-Artikels machte mich doch neugierig. Schliesslich ist es gerade in Deutschland recht schwer gutes Radio zu finden (wobei gut natürlich immer relativ ist). In dem verlinkten Artikel geht es allerdings eher um die Verbreitungswege des Mediums Radio als um Inhalte und um die Meinungen zweier Programmveranstalter (reines Webradio sowie ein Sender der als Webradio gestartet und mittlerweile über DAB+ und Astra zu hören ist).

Der Start von DAB läuft (gewollt?) eher schleppend in Deutschland: Bewerber ziehen sich zurück, die bereits bundesweit über DAB sendende Station 90elf verliert die Audiorechte zur Bundesligaübertragung, grosse und bekannte Sender (öffentlich-rechtlich und privat) versuchen einen Bogen um diesen Verbreitungsweg zu machen (wobei sowohl NDR als auch WDR inzwischen immer mal wieder auf das Digitalradio DAB+ hinweisen, bei dem lückenhaften NDR-Netz fällt der Hinweis aber eher in die Rubrik „Alibi“). Deswegen haben Einige dieses Medium bereits zum Scheitern verurteilt. Auf der anderen Seite gibt es allerdings viele Befürworter, die keine Gelegenheit auslassen um DAB entweder ins Gespräch zu bringen oder als DAS Medium überhaupt zu verkaufen. Ist und bleibt Ansichtssache.

Neben UKW, DAB und Satellit gibt es seit geraumer Zeit die Möglichkeit Radio via Internet zu hören. Ich mache viel Gebrauch davon und höre Streams mittlerweile nicht mehr nur über den PC, sondern auch über meinen webfähigen A/V-Receiver sowie die Kombination Smartphone + WebradioApp + Klinke-Eingang zum Autoradio. Und ich beobachte mittlerweile immer mehr Leute die ihr Handy im Auto an das Radio koppeln oder zu Hause an die Stereoanlage um so Streams zu hören. Berichtet wird in diesem Artikel auch über RMN Schlagerhölle. Dieses Programm ist als reines Webradio gestartet und mittlerweile via DAB+ in Berlin und im Rhein/Main-Gebiet zu hören. Zusätzlich wird RMN Schlagerhölle noch über DVB-S verbreitet und ist somit europaweit über Astra zu hören. Wenn teutoRADIO vor zehn Jahren schon so weit gewesen wäre… Die Telekom verfolgt ja die glorreiche Idee „echte“ Flatrates abzuschaffen und dem User nach Überschreitung der 75GB-Traffic-Grenze Volumenpakete aufs Auge zu drücken. Ich kann nur hoffen, dass diese Einschränkung ein lustiger Marketingversuch ist und dass kein anderer Anbieter diese Idee mit in sein Programm aufnimmt. Durch eine Deckelung des Traffics könnte die bunte Webradiovielfalt einen Schaden bekommen, DAB hingegen vielleicht einen Auftrieb.

All diese Gedankenspiele sind dem Durchschnittshörer laut radioszene.de allerdings wohl egal. Er sucht eher nach gutem Radio und hört dabei über UKW, DAB, Satellit oder Web. Hauptsache der Inhalt stimmt.

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