Archive for the ‘Tunesien 2007’ Category

Kleines Rätsel

5. Mai 2007

Zu den wenigen festen Ritualen während meines Tunesien-Urlaubs gehörte der allmorgendliche Blick in das tunesische Staatsfernsehen „Kanal 7“. Mich hat interessiert wie das Wetter am jeweiligen Tag wird. Zwar sind meine Arabischkenntnise nur sehr sehr minimal, Temperaturen und die Symbole liessen sich aber trotzdem entziffern. Beim Europawetter ist mir dann jedoch die folgende Darstellung Deutschlands aufgefallen:

Wer findet die Fehler?

Advertisements

Tunesien 2007 – Teil 3

22. April 2007

Neben der Tour in Richtung Südtunesien haben wir einen Tagesausflug in den Norden unternommen. Erste Station dieser Reise war die Hauptstadt Tunis.

Sie gehört zu den ältesten Städten am Mittelmeer und hat knapp 740.000 Einwohner (im Großraum Tunis leben ca. 1,6 Millionen Menschen). Sie existierte bereits 900 v. Chr. und hat eine ebenso wechselhafte Geschichte wie Tunesien selbst hinter sich. Franzosen, Türken, Spanier haben hier ihre Spuren hinterlassen, seit der Unabhängigkeit Tunesiens von Frankreich (1956) ist sie Regierungssitz.

Unsere Tour führte uns direkt vor das Rathaus und den Sitz des Premierministers Zine el-Abidine Ben Ali.


Blick auf das Rathaus von Tunis


Von dort aus haben wir den Souk besichtigt. Ein „Souk“ ist nichts anderes als eine überdachte Gasse, in dem vor allem Handwerker ihre Produkte anbieten. Daher findet man dort viele traditionelle Dinge wie Goldschmiede, Schmuck- und Lederwaren, Kleintiere oder Gewürzhändler. Aber auch T-Shirts und Elektronikprodukte werden mittlerweile im Souk von Tunis angeboten.







Blick auf Tunis, im Hintergrund die Universität

Weiter ging es zum Nationalmuseum von Bardo. Es liegt im Stadtteil Le Bardo und besitzt die weltweit bedeutendste Sammlung römischer Mosaiken. Es ist schon sehr beeindruckend was man aus Mosiksteinen so alles machen kann.







Nach dem Besuch im Museum ging es in Richtung Osten nach Karthago. Auch dieser Ort wurde etwa im 9. Jahrhundert v. Chr. (etwa 814) gegründet. Der Legende nach floh einst die phönizische Prinzessin Elissa vor ihrem machtgierigen Bruder und landete an der afrikanischen Nordküste. Der dort ansässige Häuptling versprach ihr so viel Land wie sie mit einer Kuhhaut umspannen könnte. Daraufhin schnitt Elissa die Kuhhaut in dünne Streifen und markierte so ein grosses Stück Land. Zwischen dem 4. und dem 3. Jahrhundert v. Chr. wurde Karthago durch den Seehandel die reichste Stadt im Mittelmeerraum, 400.000 Menschen wohnten hier seinerzeit. 146 v. Chr. eroberten die Römer Karthago und durch den Handel mit Getreide und Töpferwaren wuchs Karthago zur drittgrössten Stadt im Römischen Reich heran (nach Rom und Antiochia). Aus dieser Zeit stammen auch die Überreste der Antoninus-Pius-Thermen. Sie und weitere Ausgrabungsorte gehören seit 1979 zum Weltkulturerbe.







Das ehemalige Badehaus lag direkt am Meer und war mit einer Ausdehnung von etwa 200 Metern die grösste Thermenanlage ausserhalb Roms. Die Gebäude wurde im 11. Jahrhundert n. Chr. von Nomaden zerstört aber selbst die Ruinen zeigen, wie beeindruckend die Anlage gewesen sein muss.

Letzte Station war ein Abstecher in das Künstlerdorf Sidi Bou Saïd nordöstlich von Tunis. Markenzeichen dieses Ortes sind die weissen Häuser mit ihren blauen Türen. Verantwortlich für dieses Markenzeichen sind die Mauren, die sich im 16. Jahrhundert in ganz Nordtunesien niederliessen. Anfang des 20. Jahrhunderts liessen sich in Sidi Bou Saïd viele Künstler nieder und auch heute noch treffen sich viele Künstler (und natürlich Touristen) in den verwinkelten Gassen des alten Dorfes oder im Café des Nattes um den Ausblick über das Dorf bzw. den Golf von Tunis zu geniessen.








Diese Tür dürfte eine Ausnahme sein

Nach dem Aufenthalt in Sidi Bou Saïd ging es wieder zurück nach Port el Kantaoui.

Tunesien 2007 – Teil 2

14. April 2007

Neben Sonne, Sand und Buffet haben wir eine zweitägige Bustour in Richtung Südtunesien unternommen.

Das erste Ziel war El Djem in Zentraltunesien. Dort lassen sich die Reste eines Amphitheaters bewundern. Es wurde im Jahr 238 n. Chr. Errichtet und hatte ein Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauern. Damit war es das drittgrösste Theater des Römischen Reiches. Dort wurden vermutlich Gladiatorenkämpfe veranstaltet, der Schacht in der Mitte des Theaters war ein Löwengrube. Ein Flügel des Amphitheaters wurde im 2. Weltkrieg durch Bomben zerstört, gegenwärtig wird es u.a. als Theater genutzt (nachdem die tonnenweisen Touristen wieder verschwunden sind).







Warum römisches Amphitheater? Ein Teil vom heutigen Tunesien war zwischen 146 v. Chr. und 439 n. Chr. war römische Provinz und gleichzeitig einer der bedeutendsten Getreidelieferanten des römischen Reiches. Überhaupt ist die tunesische Geschichte sehr abwechslungsreich: Araber, Spanier und Türken beherrschten das Land bis 1881 und lieferten sich teilweise Kämpfe mit den einheimischen Berberstämmen. 1881 wurde Tunesien dann französisches Protektorat, erst 1956 wurde das Land unabhängig. Tunesien ist zweisprachig, neben Hocharabisch ist Französisch dort Pflichtsprache in der Schule.


„Offizielle“ Tankstelle

„Inoffizielle“ Tankstelle mit Treibstoff aus Lybien, er kostet dort rund ein Drittel weniger

Nach dem Besuch des Amphitheaters ging es weiter Richtung Süden an Sfax vorbei Richtung Matmata.




Die Landschaft dort ist sehr öde und karg. In dieser unwirklichen Gegend befinden sich Höhlenwohnungen, welche in den lehmigen Boden eines Hügels gegraben wurden. Von Aussen ist oft nur der Eingang zu sehen, manchmal sieht man aber gar nichts, weil das Innere eines Hügels ausgehöhlt und zum Innenhof umfunktioniert wurde.




Kochstelle

Schlafraum


Werkstatt

Vorteil dieser Höhlenwohnungen sind konstante Temperaturen, die in etwa um die Jahresdurchschnittstemperatur liegen. Im Sommer bieten sie Schutz vor der Hitze, im Winter sind sie auch ohne Feuerstellen relativ warm. Einige dieser Höhlen sind einige Jahrtausende alt, mittlerweile haben die dortigen Bewohner auch jeden erdenklichen Komfort (Telefon, Sat-TV usw.).

Durch die Touristenströme die täglich durch diese Höhlenwohnungen laufen, ergibt sich natürlich eine zustzliche Einnahmequelle für die Höhlenbewohner die aus traditionellen Gründen ihre Wohnungen nicht verlassen möchten. Gegen eine kleine Gebühr stellen sie ihre Wohnungen zum Besichtigen/Fotografieren zur Verfügung. Aus mitteleuropäischer Sicht ist ein solcher Einblick höchst interessant, ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen in einer solchen Höhle zu wohnen. In Matmata selbst gibt es ein Berberhotel in dem man auf diese traditionelle Weise übernachten kann.

Nach der Besichtigung der Höhlenwohnungen ging es weiter Richtung Südwesten nach Douz. Dort steht das „Tor zur Sahara“.

Hinter diesem Tor beginnt der nordöstliche Teil der Sahara. Von dort aus werden knapp einstündige Dromedartouren in die Wüste angeboten. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Mitten in der Wüste stehen, Sand bis zum Horizont und ausser dem Wind nur Stille – das ist schon ein komisches Gefühl. Und Dromedarreiten ist nicht wirklich mein Ding. Klar bekommt man mehr mit als wenn man in einem Jeep sitzt, allerdings ist ein Jeep etwas bequemer.





Nach einer Übernachtung in Douz ging es um 5.30 Uhr (!!!) weiter Richtung Chott el Djerid. Der Chott el Djerid ist der grösste Salzsee Tunesiens und wird von einer etwa 70 Kilometer lange Strasse durchquert.

Dort konnten wir auf halber Strecke mitten im See den Sonnenaufgang und Salzkristalle aus der Nähe beobachten.




Für eine Fata Morgana war es allerdings noch zu früh, die lässt sich auf der Piste durch den Chott el Djerid nach den Worten des Reiseleiters recht gut beobachten. Die Fahrt ging weiter Richtung Nordwesten nach Tozeur. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Häusern sind die Gebäude dort nicht gemauert und mit weissem Putz versehen.



Auf diesen Lehmziegelmauern entstehen je nach Sonnenstand interessante Schatten, daher wird dieser Stil auch an aktuellen Gebäuden benutzt. Im Südosten von Touzeur schliesst eine Oase an, in der wir Bananen, Granatäpfel in „freier Wildbahn“ beobachten konnten: Ausserdem wurde uns demonstriert wie eine Palme abgeerntet wird.



Nach der Tour durch die Oase ging es weiter Richtung Metlaoui. Dort verkehrt der Nostalgiezug „Le Lezard Rouge“ aus dem Jahr 1910. Allein der Zug ist nicht nur für Eisenbahnfans ein optisches Highlight.



Vom Bahnhof Metlaoui führt eine knapp 16 km lange Strecke in eine filmreife Kulisse.




Die Schluchten, Tunnelsystem und steilen Felswände dienten übrigens tatsächlich für so manchen Westernfilm als Kulisse. Die letzte Station dieser Rundreise war die Stadt Kaiouran. Dort befindet sich die heiligste Moschee des Landes, hier ein paar optische Eindrücke.




Insgesamt haben wir in den beiden Tagen knapp 1000 Kilometer zurückgelegt. Natürlich kann man in einer solch kurzen Zeit nur einen oberflächlichen Eindruck des Landes bekommen, es ist aber sehr facettenreich.

Tunesien 2007 – Teil 1

12. April 2007

Was macht man(n) zwei Wochen lang in Tunesien? Abgesehen davon dass ich den Urlaub nicht allein verbracht habe werden Frühstück >> Strand >> Mittagessen >> Pool >> Fernsehen >> Abendessen selbst mir gemütlichem Menschen irgendwann zu langweilig. Ausserdem hätte ich dann maximal 20 Bilder schiessen können:



Also haben wir einige Ausflüge in den Urlaub eingebunden, dazu gibts aber in den nächsten Tagen mehr. Fangen wir mal Vorne an: Untergebracht waren wir im Hotel El Mouradi in Port El Kantaoui (an der tunesischen Nordostküste).

Der Ort wurde in den 1970er Jahren gebaut und ist eigentlich nichts Anderes als eine Schlafstätte für Touristen. Highlight dürfte der Yachthafen sein in dem zig Boote aus den verschiedensten Ländern liegen.




Das Hotel war sehr gut. Prima Service, gutes und abwechslungsreiches Essen und alles sehr sauber (auch die sanitären Anlagen wobei die ruhig mal erneuert werden könnten, sie sind oftmals abgenutzt). Sportliche Aktivitäten und Rahmenprogramm gab es natürlich auch wobei ich eher der Fan von selbst organisiertem Programm bin und Sport… No Comment 🙂

Hotels sind ja bekanntlich gute Orte um das Verhalten von Mitmenschen zu beobachten. Dass Engländer oftmals wenig Tischmanieren haben und Spanier oft gern und vor allem laut miteinander reden, ist ja nichts Neues (mein Urlaub hat diese Klischees bestätigt). Es gibt aber ein Volk, dass seltsame Essensgewohnheiten und lautstarkes miteinander kommunizieren leider perfekt kombiniert: Die Franzosen. Seit Jahren bekomme ich Ausschlag von der Sprache (ich habe sie daher auch nach zwei Jahren abgewählt) und das Essen bleibt mit natürlich im Halse stecken wenn gefühlt 120 Franzosen am Nebentisch mit 200 dB sich das Neuste erzählen und bergeweise Nudeln in sich hineinstopfen und sie mit offenem Mund verspeisen (ansonsten könnten sie ja nicht miteinander reden). Übrigens behauptet man dieses nervende Verhalten auch von uns Deutschen und auch das kann ich in einigen Fällen bestätigen (nech, Else?). Leider können sich die Hotels ihre Gäste nicht aussuchen…